Hilfe für "Dirty"


Auf dem Bild seht ihr den linken Vorderhuf eines 24 Jahre alten Quater Horse.

Die Vorgeschichte würde jeglichen Rahmen sprengen, deshalb möchte ich kurz runterbechen: Die Hufe waren schon immer ein Problem.


Mir wurde das Pferd mit einem zehenoffenen Eisen inkl. Steg hinter der weitesten Stelle und Knetpolster vorgestellt. Die letzte Bearbeitung lag ca. 3 Wochen zurück, das Pferd lief hochgradig lahm.


 

Nachdem ich das Eisen abgenommen hatte, bot sich mir ein rundum überforderter Huf. 

Es zeigten sich hohle Wände an der inneren sowie der äußen Trachtenwand. 

Die Trachten sind kollabiert und untergeschoben, die Sohle ist dünn.

Ich bat darum, dass sich das Ganze noch einmal ein Tierarzt ansieht und Röntgenbilder anfertigt. Dieser Bitte kam die Besitzerin auch prompt nach und so stand ich 2 Tage später mit Röntgenbildern wieder vor Ort. 

Nach einem Gespräch mit dem behandelten Tierarzt war klar, dass das kein normaler Beschlag werden wird. 

Alle Parameter ließen darauf schließen, dass der Huf maximal gekürzt war. Dank der Röntgenbilder sah man aber deutlich, dass die Zehe von oben ein ganzes Stück gekürzt werden konnte.

Ich entschloss mich, das Pferd wie ein Rehepferd zu beschlagen. 

Ich richtete ein Mustad Equilibrium Air passend zum Huf und schmiedete eine gerade Zehe in das Eisen. Anschließend passte ich eine Kunststoffplatte mit Strahl an das Eisen an und schnitt den Bereich zwischen Zehe und weitester Stelle weg. Um den Bereich hinter der weitesten Stelle zum Tragen mit ran zuziehen, kam ein weiches und leichtes Knetpolster zwischen Huf und Platte. 

Das Hufeisen hat bereits von Werk aus eine ausgeprägte Zehenrichtung. Diesen Effekt verstärkte ich durch das Schmieden einer geraden Zehe, wodurch ich das Eisen bis zur gewünschten Stelle zurücklegen konnte.

Die Kunststoffplatte hat die Aufgabe, das Polster festzuhalten. Außerdem stellt diese durch den küntslichen Strahl den Bodenkontakt von Hornstrahl und Kunststrahl her. 

Bei jedem Schritt drückt der Kunststrahl gegen den Boden und durch das Polster wird diese Last auf den gesamten hinteren Bereich verteilt. So können wir den Strahl trotz Eisen zum Tragen und Stoßdämpfen mit ranziehen. 
Kurze Zeit nach dem Beschlag lief Dirty größtenteils lahmfrei und konnte wieder über die Koppel bocken.